Veröffentlicht von Mauna Kea in Entomologie le 31/07/2025 bis 09:39
Schmetterlinge gehören zu den symbolträchtigsten Tieren unserer Biodiversität. Sie sind wunderschön und man begegnet ihnen fast überall: am Straßenrand, in den Bergen oder in Gärten. Die verschiedenen Schmetterlingsarten gehören zur Ordnung der Lepidoptera, dem wissenschaftlichen Namen der Schmetterlinge. Dieser Name stammt aus dem Griechischen: lepis (Schuppe) und pteron (Flügel), in Anlehnung an die (oft winzigen) Schuppen, die ihre Flügel bedecken.
Wie die Käfer (Coleoptera) oder Fliegen (Diptera) gehören Schmetterlinge zu den Insekten mit vollständiger Metamorphose. Das bedeutet, dass ihr Lebenszyklus vier Stadien umfasst: Ei, Larve (genannt Raupe), Puppe (genannt Chrysalis) und Imago (der Schmetterling).
Heute zählen Wissenschaftler etwa 180.000 Schmetterlingsarten weltweit, davon rund 5.000 in Europa. Ohne eine gute Klassifikation ist es schwer, den Überblick zu behalten. Genau das ist das Ziel dieses Artikels!
Die einfachste Klassifikation der Schmetterlingsarten unterteilt sie in zwei Gruppen:
Obwohl diese Unterteilung genetisch nicht fundiert ist, wird sie allgemein verwendet – sowohl von Laien als auch von Fachleuten.
Tagfalter heißen „Rhopalocera“, wegen ihrer keulenförmigen Fühler (vom griechischen rhopalon). In dieser Gruppe finden sich die Arten, die Sammler und die breite Öffentlichkeit am meisten interessieren – wegen ihrer farbenfrohen Flügel.
Tagfalter ruhen meist mit nach oben zusammengefalteten Flügeln. Wenige Arten ruhen mit ganz ausgebreiteten Flügeln, was ihre prächtigen Farben zeigt.
Die Rhopalocera sind zahlenmäßig die kleinste Gruppe innerhalb der Ordnung der Lepidoptera: Man kennt nur 15.000 bis 20.000 Arten.
Nachtfalter oder Heterocera erkennt man an ihren fiedrigen oder kammartigen Fühlern. Im Ruhezustand liegen ihre meist grauen oder braunen Flügel flach oder dachartig über dem Körper.
Die Wissenschaft kennt heute etwa zehnmal mehr Heterocera als Rhopalocera – rund 150.000 bis 200.000 Arten – und es gibt wohl noch zehntausende unentdeckte.
Einige verbreitete Nachtfalter-Arten:
Da Rhopalocera und Heterocera sehr große Gruppen sind, nutzen Wissenschaftler zur genaueren Einordnung fünf große Familien von Schmetterlingen:
Diese Familie umfasst kleine, kompakte Schmetterlinge mit breitem Kopf und weit auseinander stehenden Fühlern. Auffällig sind kleine Haarbüschel vor den Augen. Ihre Farben sind eher unauffällig.
In Frankreich und Belgien gibt es etwa 30 Arten, aber nur 5 oder 6 sind weit verbreitet.
Hauptarten:
Diese bedeutende Tagfalterfamilie umfasst kleine, meist leuchtend gefärbte Schmetterlinge. Etwa 5.000 Arten weltweit, rund 100 in Europa, 60 in Frankreich und Belgien – aber nur etwa 20 davon sind häufig.
Hauptgruppen:
Mittelgroße Schmetterlinge mit weißer, gelber oder orangefarbener Grundfarbe und oft schwarzen Rändern. In Frankreich und Belgien gibt es 27 Arten, nur etwa 10 sind verbreitet.
Hauptarten:
Große, auffällige Schmetterlinge mit gelben oder weißen Flügeln und schwarzen Mustern. Meist tropisch, aber es gibt etwa 10 Arten in Frankreich und Belgien – darunter zwei sehr verbreitete: Segelfalter und Schwalbenschwanz.
Hauptarten:
Eine der größten Familien mit über 5.000 Arten weltweit, 250 in Europa und 140 in Frankreich und Belgien. Meist mittelgroß bis groß, mit auffällig gemusterten Flügeloberseiten, aber eher unauffälliger Unterseite (braun-grau) – ideal als Tarnung im Winter.
Hauptgruppen:
All diese großartigen Schmetterlinge bilden die große Ordnung der Lepidoptera – geschätzt von Wissenschaftlern, Sammlern und Naturfreunden aller Art.
Wenn auch Sie Schmetterlinge lieben, entdecken Sie sie im fotografischen Führer der Schmetterlinge Europas.
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